Angststörungen

Du fragst dich, was Angststörungen sind?
Wie sie sich von normalen Ängsten unterscheiden?
Und welche Arten es gibt?
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Ich zeige dir, woran du eine Angststörung erkennst, nenne dir Beispiele und Formen von Angststörungen und gebe dir erste Hinweise, wie eine Angststörung entstehen kann.
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Außerdem klären wir, ob für dich und deine Ängste therapeutische Hilfe sinnvoll ist.
Sind deine Ängste noch „normal“?
Nicht jeder von uns hat krankhaft Angst!
Die meisten unserer Ängste und Furchtreaktionen sind ganz normale Emotionen, auch wenn wir sie nicht mögen.
Sich zu fürchten und Angst zu haben fühlt sich für uns oft verletzlich, anstrengend, nervig und manchmal auch peinlich an. Doch diese aufmerksamen, fürsorglichen und vorausschauenden Retter haben uns bereits als Kinder sehr verlässlich am Leben gehalten.
Zum Glück können wir uns auf unser Warn-Team „Furcht und Ängste“ verlassen, welches uns Tag für Tag körperlich, mental und sozial schützt.
Sehen wir uns dieses nun etwas genauer an, damit du deine „normalen“ Ängste gut von deinen bedenklichen Ängsten unterscheiden kannst, welche wir im Anschluss unter die Lupe nehmen.
Furcht
Furcht ist ein Gefühl, das entsteht, wenn du in einem Moment eine reale, konkrete Gefahr wahrnimmst. Es bringt dich sofort zum Handeln, um dich zu schützen. ~~~
Angst
Angst ist ein Gefühl, das entsteht, wenn du an eine mögliche, oft unklare zukünftige Gefahr denkst oder sie erwartest. Es bereitet dich darauf vor, mit der „Gefahr“ umzugehen.
Furcht – dein unmittelbarer Beschützer
Fühlst du im Hier und Jetzt eine reale Gefahr, reagierst du hoffentlich mit Furcht.
Du erkennst sofort, was dich bedroht, und schützt dich instinktiv davor.
- Kletterst du beispielsweise lebensmutig über die Brüstung eines hohen Gebäudes und könntest grandios 200 Meter in die Tiefe stürzen,
- schwimmst du gechillt im Haifischbecken mit den hungrigen weißen Giganten der Meere oder aber
- wirst du um 01:27 Uhr nachts tatsächlich von Aliens entführt, um in deren Raumschiff als Forschungssubjekt herzuhalten,
dann ist es sehr vorteilhaft, dich zu fürchten.

Angst – deine vorausschauende Fürsorge
Ebenso klug wie Furchtempfindungen sind „normale Ängste“. Hast du Angst, dann machst du dir Gedanken darüber, was in einer zukünftigen Situation dir oder deinen Liebsten zustoßen könnte.
Du bist besorgt um deine Gesundheit, dein Leben, deine innere und äußere Stabilität oder auch um deine Zugehörigkeit. Irgendetwas könnte dir schaden und deshalb überlegst du dir, wie du diesen Schaden abwenden kannst.
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Manchmal ist das, was passieren könnte, eher unklar und schwammig. Es kommt auch vor, dass du plötzlich Angst bemerkst und nicht unbedingt weißt, was deine Angst ausgelöst hat (deine Intuition weiß mehr!).
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Was du allerdings im Falle von Angst und Furcht spüren wirst, ist dein Körper. Er bereitet sich sinnvoll auf die erwartete Gefahr vor, z. B. mit:
- Herzklopfen, Herzrasen,
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,
- Schwindel, Schweißausbrüchen, Hitze- und Kältewallungen,
- Kurzatmigkeit, Erstickungsempfindungen,
- aber auch Engegefühlen in der Brust und im Hals sowie
- Muskelverspannungen, Zittern u. v. m.
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Dein Kopf und deine Sinne arbeiten auf Hochtouren.
Deine Gedanken sind oft in Schleifen auf die vermutete Gefahrensituation konzentriert.
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Dein gesamtes System stellt auf
- Angriff („fight“),
- Fliehen oder Vermeiden („flight“),
- Erstarren bzw. Blockieren, um übersehen zu werden („freeze“) oder
- auf soziale Anpassung („frawn“) um.
„Normale“ Angstzustände (an-) erkennen
Hast du dich als Kind in der Schule nicht sicher gefühlt? Hattest du Angst vor den Bewertungen und Bloßstellungen einiger Lehrer? Angst vor dem täglichen Spießrutenlauf mit deinen Mitschülern?
Dann war deine Angst davor, in die Schule zu gehen, mit großer Wahrscheinlichkeit ein fürsorgliches Gefühl und machte Sinn.

Sitzt du mit Anfang 50 das erste Mal in deinem Leben auf einem Fahrrad und machst dir Sorgen darüber, dass dein erstes Fahrradtraining wackelig, peinlich oder sturz-gefährlich sein könnte?
In diesem Falle lass dir bitte von übermotivierten Fahrradhäschen in deinem Bekanntenkreis nicht einreden, du wärst ein „überängstliches Sensibelchen“ und „solltest dich nicht so haben“.
Deine „normalen“ Ängste bringen dich dazu, dich aufmerksamer auf Herausforderungen vorzubereiten. Sie treiben dich an, dir Unterstützung zu holen, gut für dich zu sorgen und auch einen mutigen, starken Zeitpunkt für deine Konfrontation auszuwählen. Gut so.
Doch dich stören ja nicht die normalen Angstsituationen!?
Dich beschäftigen Ängste und Sorgen, die für dich oder deine Liebsten zu einem ernsten Problem geworden sind – herausfordernde Furcht- und Angststörungen, die deiner Gesundheit, deinem Glück, deiner Freiheit, deinem erfüllten Leben fies im Weg stehen. Diese sehen wir uns jetzt an.
Was sind Angststörungen?

„Eine Störung ist dann eine Störung, wenn sie stört!“
Macht Sinn. Wenn du herausfinden möchtest, ob deine Ängste sich zu bedenklichen Angststörungen entwickelt haben, stell dir folgende Fragen:
→ Stört meine Angst auf Dauer – mich oder andere?
→ Schwächt sie mich mehr als sie mich beschützt, weil sie
- zu viel,
- zu lange und
- unnötig ist?
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Manchmal tauchen Furcht- und Angststörungen plötzlich als Panik auf. Andere wieder schleichen sich langsam an und werden immer intensiver, einige sogar chronisch mit der Zeit.
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Sie lassen dich gern wichtige Ereignisse und Aufgaben vermeiden, was dich in deinem Alltag oder in Momenten, die dir wichtig sind, einschränkt.
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Als Betroffener erkennst du meist von selbst, dass deine Reaktionen und dein Verhalten nicht so stimmig sind, kannst sie aber nicht kontrollieren und einfach ändern.
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Oft schämst du dich für deine Ängste, weil du dich mit ihnen nicht verstanden fühlst. Du ziehst dich zurück, verschweigst dein Erleben, leugnest es vor anderen oder vor dir selbst.
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Mit einer Angststörung bist du höchstwahrscheinlich nicht mehr so leistungsfähig, ggf. sogar arbeitsunfähig.
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Du vertraust kaum noch darauf, dass du etwas von dir aus bewirken kannst, fühlst dich deiner Angst ausgeliefert und hast Angst vor der Angst (die Erwartung, dass die unkontrollierbare Angst dich überwältigt und du nicht viel tun kannst).
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Vielleicht schläfst du auch schlecht, fühlst dich zudem niedergeschlagen und antriebslos oder versuchst dich mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln zu betäuben, um dem Elend zu entfliehen.
Merke dir einfach:
Wenn deine Ängste auf Dauer dich oder deine Beziehungen schwächen, dann hast du ein Problem mit deiner Angst und darfst es ernst nehmen.
Beispiele für Angststörungen
- Du bist nicht „verrückt“, wenn du dich schon zum vierten Mal mit Durchfall und Schweißausbrüchen zu Hause einschließt, anstatt den geplanten, gründlich vorbereiteten Arbeitsvortrag zu halten.
- Auch nicht, wenn du deine Hochzeitsreise spontan absagst, weil du dir schon viele Wochen vorher Gedanken darüber machst, dass dich im Flugzeug jemand beim Essen beobachten und dich negativ bewerten könnte.
- Nicht einmal, wenn dein Jüngster freudig zur Klassenfahrt fährt und du weinend, nach Luft ringend und permanent dein Telefon checkend durch die Wohnung tigerst. Ist ja auch die Hölle, wenn dein Schützling nicht bei dir ist.
Du hast vermutlich eine Angststörung und keine Schuld daran!
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Auch unsere Mitmenschen können unter unseren intensiven Angstempfindungen leiden.
Unsere Beziehungen werden ebenso durch unser Angstverhalten mehr oder weniger beeinträchtigt:
- Wie geht es wohl deinem Partner, der gehäuft ungeplant die Liebe seines Lebens aus dem Supermarkt abholen muss, da diese erstarrt zwischen den Wasserflaschen festsitzt und allein nicht mehr nach Hause kommt
- Dem Partner, der ein halbes Jahr lang nachts kaum Schlaf findet, weil er um diese Uhrzeit sich mit dir von einer Panikattacke in die nächste mitschwingt
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- Oder wie fühlt sich wohl deine vierjährige Tochter, die sich im Spielzeugladen enorm beeilen muss, da ihr Vater unruhig und panisch durch die Gänge hetzt, da ihm alles „zu viel“ wird?
- Die kleine Maus, die ihre versprochenen Malbücher heute leider nicht mit nach Hause nehmen kann, weil Daddy das Warten an der Kasse nicht aushält?
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- Wie erfreut ist auf Dauer wohl dein Kollege, der für dich aus Loyalität immer wieder deine Arbeit übernimmt, während du mehrmals im Monat von einem Arztbesuch zum nächsten stürmst?
- Der freundliche Geschäftspartner, der deine „völlig unterschätzte“ Krankengeschichte besser kennt als den Inhalt seiner Excel-Tabelle?
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- Und wie enttäuscht ist deine beste Freundin mal wieder nach der erneuten „unerwarteten“ Absage eurer wöchentlichen Verabredung, weil die stressige Bahnfahrt zu ihr für dich nicht zu bewältigen war?
- Die Freundin, die durch deinen „Eifer“ fast täglich von „völlig überzogenen“ Sorgen am Telefon überschwemmt wird
- und deren selbstgebackener Geburtstagskuchen leider unangerührt in der Ecke stehen bleibt, weil er nicht keimfrei ist?
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All diese Beispiele könnten auf eine Angststörung hinweisen und verdeutlichen, wie anstrengend und einschränkend Angststörungen für Betroffene und ihr Umfeld oft sind.
Welche Formen von Angststörungen gibt es?
Alle Angststörungen kommen mit körperlichen Symptomen und Vermeidungsverhalten um die Ecke. Dennoch kannst du Angststörungen voneinander unterscheiden.
Ähnliche Angststörungs-Typen lassen sich in übergeordnete Gruppen zusammenfassen. Die Betroffenen einer Art von Angststörung haben ähnliche Beschwerden und sie verhalten sich ähnlich.
Doch nie völlig gleich! Du und deine Geschichte seid einzigartig!
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Hinweise über deine Form von Angststörung helfen dir, dich gezielter über dein Problem zu informieren. Du fühlst dich in Foren und Redekreisen von Gleichgesinnten schneller verstanden und dich mit ihnen leichter verbunden.
Fühlst du dich unterwegs oftmals ausgeliefert und vermeidest Situationen, aus denen du vielleicht nicht fliehen könntest oder in denen du nicht ausreichend Hilfe bekommst?
Dann treibt bei dir vermutlich eine Agoraphobie ihr Unwesen.
Hast du vor etwas ganz Bestimmtem ungewöhnlich starke Angst: z. B. vor einem Tier, einer Wackelbrücke, einer Spritze, einem engen Raum oder vor dem Fliegen im Flugzeug?
Dann könnte du es mit einer Spezifischen Angst zu tun haben.
Ängstigst du dich vor Menschenkontakt und den möglichen Bewertungen durch andere?
Dann stöbere gern einmal im Bereich der Sozialen Ängste herum.
Überfallen dich panikartige Zustände, ohne dass du genau weißt, wovor du Angst hast?
Vielleicht liegt bei dir ja eine Panikstörung in der Luft?
Ständiges Grübeln und übermäßiges Sorgen?
Dies belastet dich als Betroffene:n einer Generalisierten Angststörung.
Kriegst du die Krise, wenn eine dir nahestehende Person nicht bei dir ist, und hast permanent Angst, diese Person zu verlieren?
Möglicherweise ist in diesem Fall eine Trennungsangststörung am Werk.
Auch bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), einer Anpassungsstörung, einer Substanzbedingten Angststörung oder bei weiteren körperlichen und psychischen Störungen treten einschränkende Ängste auf, die im Blick behalten werden sollten.
Sieh diese Formen von Phobien und anderen Angststörungen bitte nur als grobe Anregungen.
Das, was alleinig zählt, ist genau die Art und Weise, wie du deine belastende Angst erlebst – egal wie „dein Schreihals“ heißt und „in welchem Laufgitter er tobt“!
„Warum ich?!“ – Wie entstehen Angststörungen?
Gib’s zu! Seitdem du mit deiner Angst kämpfst, drängen sich dir die folgenden Fragen auf:
- Wieso trifft es ausgerechnet mich?
- Warum muss ich mich damit abplagen?
- Weshalb fällt den anderen alles viel leichter als mir?
- Womit habe ich das verdient?
Und ein paar Momente später werden diese abgelöst von den Vertretern:
- Woher kommt der ganze Scheiß?
- Was hab’ ich bloß falsch gemacht?
- Hätte ich es aufhalten können?
- Warum bin ich nur so empfindlich?
- Sind meine Eltern Schuld? Die böse Gesellschaft? Hat mich der liebe Gott auf dem Kieker?
Die schlichte Antwort auf all diese „konstruktiven“ Gedanken lautet:
Keine Ahnung! Es gibt keine eindeutige Erklärung für deinen Schlamassel!
Du wirst die komplette Wahrheit über deine Ängste nie rekonstruieren können. Musst du auch nicht.
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Ich weiß, du hast gelernt: Um die Lösung für ein Problem zu finden, solltest du herausfinden, wodurch das Problem entstanden ist.
Da die menschliche Psyche sehr komplex ist, funktioniert bei allen Arten von Angststörungen diese Vorgehensweise nur bedingt.
Mein Tipp an dich:
Beobachte dich selbst und sammle vielseitige Anregungen und Informationen,
die dein wissensdurstiger, kausal-denkender Verstand braucht, um dir eine wirklich
hilfreiche Angst-und Heilungsgeschichte zusammenzubasteln, die dir dient.

→ Alles, was dich für deine Entwicklung aus der Angst schwächt, lass weg.
→ Allem, was sich stimmig und (in der Verlängerung) stärkend anfühlt, gib Raum.
Mögliche Ursachen deiner Angststörung
Im Falle einer Angststörung erlebst du eine Überreaktion deines Schutzsystems. Dein System glaubt, du bist übermäßig in Gefahr, und arbeitet deshalb auf Hochtouren.
Dies kann beispielsweise ausgelöst werden durch
- zu wenig Sicherheit in deiner Kindheit. Vor allem in turbulenten Zeiten nimmt deine Angst ihren Job besonders ernst und schießt übers Ziel hinaus.
- Oder wenn du ein einschneidendes (traumatisches) Erlebnis hattest, das dich emotional überforderte und noch nicht verarbeitet ist.
- Vor allem als Phobiker kannst du in den „Genuss“ gekommen sein, dein ängstliches Verhalten von bedeutsamen Bezugspersonen abgeguckt zu haben. Wenn Papi Angst vor Spinnen hatte (auch wenn er es vor dir verbergen wollte), hast du vielleicht unbewusst die gleiche Angst entwickelt wie er.
- Möglicherweise „nutzt“ du deine Angst, um ein Ungleichgewicht in deinem nahen Umfeld deutlich zu machen. Du drückst unbewusst über eine vergleichsweise „harmlose“ Phobie deine emotionale Not aus.
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- Oftmals auch durch Dauerstress, der dein Nervensystem aus dem Gleichgewicht bringt.
- Vielleicht bestand die Gefahr für dich, deinen sozialen Halt zu verlieren. Probleme in deiner Partnerschaft, mit deinen Kindern, Arbeitskollegen, Eltern oder Freunden können dich galant in eine Angststörung katapultieren.
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- Auch fehlende oder irritierte Botenstoffe in deinem Gehirn, „verwirrte“ Hormone in deinem Körper oder ein unzufriedenes Verdauungssystem begünstigen ggf. deine Angststörung.
- Drogen, Alkohol, Koffein oder Medikamente (Allergietabletten, Beruhigungsmittel u. a.) könnten dein inneres Gleichgewicht gestört haben und deine Angststörung verstärken.
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- Deine Zwänge, Depressionen, deine Persönlichkeitsstörung, dein Autismus, eine ausgeprägte Suchterkrankung, die hartnäckige COVID-19-Infektion, deine Schilddrüsenprobleme, Asthma, die Schlafapnoe, dein Diabetes, neurologische Problematiken, dein erkranktes Herz, Schwindel, chronische Schmerzen sowie aggressive Krebszellen rufen vielleicht deine Angstzustände hervor.
- Auch eine genetische Veranlagung zu ängstlichen Reaktionen und ängstlichem Verhalten darfst du berücksichtigen.
Diese Überlegungen helfen dir vielleicht, dich und deine Angst besser zu verstehen und aufmerksamer mit dir und deinen Bedürfnissen umzugehen.
Angststörungen überwinden mit fremder Hilfe?
- Du hast Ängste, welche dich spürbar in deinem Leben beeinträchtigen?
- Eine Angst, die dich an etwas Schönem hindert?
- Dich viel Energie kostet?
- Angstzustände, die dich überfordern?
Egal, welche Form von Angst oder Sorgen dir zu schaffen macht:
Es reicht, dass du dich mies fühlst und nicht allein damit sein willst!
Merke dir einfach:
Sobald du über
Unterstützung durch andere nachdenkst
–
sei mutig und hole sie dir!
Darum Hilfe bei Angststörungen:
Jeder „Schlaufuchs“ unter uns ist ab und an verblendet, wenn er sich und die Welt um ihn herum betrachtet.
Auch du kannst dich während der Beschäftigung mit deiner Angststörung verzetteln, irren, festbeißen, stolpern und grübelmäßig aufhängen.
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Suche dir deshalb aufmerksame „Forscher“ in deinem Umfeld, die deine Selbstanalysen mit neuen Beobachtungen und Sichtweisen bereichern.
Menschen, die dich ausgleichen, dich sortieren, dir Richtung und Halt geben.
Ja, ich weiß, du hast bisher immer alles alleine geregelt:
Du hast dich allein motiviert, allein auf dich geachtet, dich wacker durchgebissen und warst vor allem deshalb „so stark“, weil du niemanden für etwas Bedeutsames brauchtest.
Du bist die Heldin, die lächelnd ihren Rucksack mit sich herumschleppt und sich nicht anmerken lässt, wie schwer ihr Gepäck in Wahrheit ist, um niemanden zu belasten. Das kannst du hervorragend, richtig?
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Doch es gibt eine Reihe plausibler Gründe, dich jemandem mit deiner Angststörung anzuvertrauen:
- Du musst dich nicht länger einsam fühlen. Ein offenes Ohr, eine vertraute Schulter, ein verständnisvoller Blick, ein beruhigendes Wort helfen enorm.
- Eine helfende Seele, die dich kennt und weiß, was dich bedrückt und wohin du willst, passt auf dich auf. Sie achtet auf dich, während du durch deinen Prozess stolperst.
- Sichere stabile Beziehungen erzeugen mehr innere Sicherheit in dir. Gerade in aufwühlenden Phasen beruhigst du dich an einem anderen ausgeglichenen Nervensystem (Co-Regulation).
- Der echte Austausch mit einem Gegenüber reduziert dein Grübeln ins Blaue. Du gleichst deine Katastrophengedanken mit der Realität ab und kannst deine Sorgen ein Stück weit loslassen.
- Außerdem lädt dich ein interessierter Helfer in seine Welt ein und lenkt dich mit Worten und gemeinsamen Aktionen von deinen eigenen stressigen Gedanken ab. Dies verringert deine permanenten Angstzustände.
Keiner hat so viel Interesse an dir wie du! Wenn du dich nicht um dich kümmerst und dir die Hilfe besorgst, die zu dir passt, wird es niemand anderes für dich tun.
Es ist dein Körper! Es sind deine Beziehungen! Du entscheidest, was du mit deinem Leben anstellen willst! Bist du wirklich, und ich meine wirklich (!), fein damit, dich regelmäßig mit Alkohol, Drogen oder Medikamenten durch dein Leben zu schummeln und nur „irgendwie durchzuhalten“?
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Klar bist du müde, erschöpft, vielleicht hoffnungslos verzweifelt und hast schon so viel ausprobiert. Du glaubst, es gäbe da nichts mehr, was dir helfen kann, richtig?
Doch so verlockend die Zuschreibung „hoffnungsloser Fall“ auch sein mag und so bequem es scheint, den Kopf in den Sand zu stecken:
Das hast du echt nicht verdient! Rede dir solch eine Geschichte über dich nicht ein.
Du siehst vielleicht noch nicht das Licht am Ende des Irrgartens, doch es wartet bereits auf dich.
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Du wirst erst herausfinden, was für dich möglich ist, wenn du es weiter versuchst und dich auf stützende Arme an deiner Seite einlässt.

Einen Therapeuten, Heilpraktiker oder Coach bei Angststörungen?
Du fragst dich vielleicht, ob eine Psychotherapie oder Ähnliches bei dir wirklich hilft?
Ob du deine Ängste tatsächlich mit professioneller Hilfe loswerden kannst?
Oder deine Angststörung vielleicht doch lieber allein „bekämpfst“?
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- Therapeut:innen sind dir idealerweise in deiner Thematik ein paar Schritte voraus. Sie können dir Halt, Orientierung, brauchbare Tricks und neue Sichtweisen anbieten.
- Mit Nähe und Verständnis und zugleich ausreichend Abstand von deinem Umfeld kannst du dich bei ihnen mit allem zeigen, was dich ausmacht und beschäftigt und unperfekt dich ausprobieren.
- Du darfst hadern, verzweifeln, feststecken, dich im Kreis drehen, emotional werden und auch für ein Weilchen wieder 5 Jahre alt sein. Du bist willkommen ohne Maske und Leistungsanspruch.
- Du erlebst einen sicheren Lern- und Entwicklungsraum, den du mit deinem Helfer zusammen gestaltest.
- Nix passiert dort gegen deinen Willen. Dir werden deine Ängste und Sorgen nicht einfach weggerissen. Du darfst sie so lange behalten, wie du sie brauchst, und sie in deinem Tempo gehenlassen, wenn es so weit ist.
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Und sollte es für dich nötig werden, wartet deine Angststörung wie ein treuer Kamerad im Treppenhaus auf dich – mit gepacktem Koffer und allzeit einsatzbereit. Versprochen!
Mein Tipp an dich:
Bedenke bitte auch, dass Angststörungen auf Dauer für Betroffene auch gefährlich werden können:
z. B. belastet Dauerstress deinen Körper und kann zu chronischen Erkrankungen führen.
Deshalb lass ein paar geschulte Augen mit auf deine Problematik schauen!
Deine bisherige Therapie- oder Coachingerfahrung kann dir
bei der Wahl deiner professionellen Unterstützung hilfreich sein.
Frage dich (aus Erfahrung) dazu:
- Führst du gern intensive vertrauensvolle Gespräche?
- Trainierst du gern neues Verhalten mit einem Vertrauten an deiner Seite?
- Kommst du über haltenden Körperkontakt gut an deine Gefühle heran?
- Fällt es dir leichter, dich in Bewegung – drinnen oder draußen – mit deinen Themen auseinanderzusetzen?
- Lässt du dich gern auf spielerische Übungen ein?
- Findest du bequem über Bilder und Metaphern deine Klarheit und innere Ordnung?
- Magst du den tiefen Blick in deine Vergangenheit, um mögliche Ursachen deiner Thematik zu erforschen?
- Sehnst du dich danach, alte Verletzungen zu heilen?
- Vertraust du auf die Kraft deines Unterbewusstseins (Hypnose), um etwas für dich zu verändern?
- Wünschst du dir eine entspannte Verarbeitung deiner dich belastenden Erlebnisse und Gefühle (EMDR)?
Vielleicht sind es auch mehrere Aspekte gleichzeitig, die dich darin unterstützen, dich mit deiner Angststörung besser zu verstehen und deine Ängste in den Griff zu bekommen.
Wenn du bereit bist, privat in professionelle Hilfe zu investieren, dann kannst du dir deinen Weg „raus aus der Angst“ ganz nach deinem Geschmack so gestalten, wie dieser sich für dich gut anfühlt.
Bist du als Klient:in geeignet?
Vielleicht machst du dir Sorgen darüber,
- dass deine Angst für eine Psychotherapie nicht schlimm genug oder zu „gestört“ ist?
- Dass dich dein Therapeut damit belächeln würde?
- Sich vielleicht mit dir langweilt?
- Vielleicht denkst du, du seist ein hoffnungsloser Fall, dem einfach niemand helfen kann?
- Ein Klient, der seinen Therapeuten mit seinem „ständigen Gejammer“ nur nervt oder „schwierig“ ist?
- Vielleicht weißt du noch nicht einmal, was dir fehlt? Was du suchst und brauchst?
- Und du denkst, du bist kein „guter Klient“, weil du nicht so funktionieren könntest, wie es erwartet wird?
Solche Gedanken sind normal und jeder Coach und Therapeut kennt sie.
Schon gewusst?
Die meisten Menschen mit Ängsten und Angststörungen fühlen sich vor dem ersten Treffen mit ihrem Heilpraktiker oder Therapeuten unsicher und wissen nicht, ob sie da richtig sind.
Du bist nicht allein damit!
Ich werde dir jetzt nicht versprechen können, dass deine Befürchtungen unbegründet sind und jeder professionelle Helfer dir so begegnet, wie du es dir wünscht.
Das, was ich dir allerdings versichern kann, ist: Du bist mit deiner Unsicherheit nicht komisch! Sondern echt und ehrlich in dem, was gerade für dich wahr ist.
Du wirst spüren, ob du dich mit deinem Problem gesehen, verstanden und gehalten fühlst. Dein inneres Radar reagiert unmittelbar auf deine Erfahrungen in den ersten Sitzungen.

Vertraue dir!
→ Fühlst du Weite und ein Durchatmen, dann ist die Zusammenarbeit stimmig.
→ Ziehst sich in dir etwas zusammen oder hast du längere Zeit ein mulmiges Gefühl, dann suche weiter.
Ich weiß, den passenden Unterstützer zu finden, kann ein nervtötender Prozess sein. Doch er lohnt sich. Gib dich nicht mit einem Kompromiss zufrieden. Das klappt auf Dauer eh nicht.
Finde mit mir oder einem anderen Therapeuten bzw. Coach heraus,
- welcher Teil in dir gerade verstanden und geschätzt werden will,
- welcher ein wenig Humor braucht,
- welcher noch geschützt werden darf
- und was in dir bereit ist, sich zu verabschieden, weil du schon „überreif“ dafür bist.

